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Interim Management: Perspektiven für 2026

Interim Management steht im Jahr 2026 vor großen Wendepunkten. Interim Manager und Unternehmen die sich jetzt vorbereiten, verschaffen sich auf dem Interim-Management-Markt aus dem in diesem Jahr 2026 die besten Perspektiven. Ein stagnierender Markt, neue Tendenzen im Interim Management, neue Best Practices und weitere Herausforderungen werden den Interim Management Markt im Jahr 2026 prägen.

In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, welche Entwicklungen das Interim Management in Deutschland am wahrscheinlichsten beeinflussen werden. Zudem teilen wir praxisnahe Tipps für Interim Manager und Unternehmen, um sich gezielt auf das kommende Jahr vorzubereiten. Auch wenn sich die Zukunft nie mit absoluter Sicherheit vorhersagen lässt, erlauben uns unsere Erfahrung im Interim Management fundierte Einschätzungen zu den Entwicklungen, die am wahrscheinlichsten eintreten werden. 

Rückblick 2025: Ein angespanntes Marktumfeld als Ausgangspunkt

EIn angespannter Interim Management Markt

 Um das Jahr 2026 einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf die herausfordernden Entwicklungen des Jahres 2025. 

Der Interim-Management-Markt war über Jahrzehnte hinweg besonders dynamisch. Zwischen 2002 und 2012 verzehnfachte sich das Marktvolumen, bis 2023 wuchs es nochmals auf das Dreifache. Seitdem liegt das Gesamtmarktvolumen relativ stabil bei rund 2,7 Milliarden Euro (laut DDIM-Marktstudie). 

Das Jahr 2025 war von einer spürbaren Verunsicherung geprägt. Berichte von Berufsverbänden zeigten einen deutlichen Vertrauensverlust auf Seiten der Interim Manager. Viele erfahrene Manager sahen sich mit sinkenden Auslastungsquoten und einem zunehmend harten Wettbewerb konfrontiert. 

Unternehmen agierten 2025 äußerst zurückhaltend. Trotz eines grundsätzlich hohen Bedarfs an Veränderungs- und Transformationsprojekten wurden Budgets gekürzt oder eingefroren. Zahlreiche Unternehmen versuchten, notwendige Veränderungen mit internen Ressourcen umzusetzen – was zu Verzögerungen und einem Rückstau bei strategischen Projekten führte. Diese angespannte Ausgangslage bildet das Fundament, auf dem der Markt im Jahr 2026 nun langsam wieder an Stabilität gewinnen muss. 

Interim Management 2026: strukturelle Verschiebungen geben die Perspektiven an

Die Sektoren verschieben sich für das Interim Management im Jahr 2026

Der deutsche Interim-Management-Markt gilt mit einem geschätzten Volumen von rund 2,7 Milliarden Euro als weitgehend gesättigt. Von einer echten Stagnation kann jedoch keine Rede sein – vielmehr beobachten wir tiefgreifende strukturelle Verschiebungen innerhalb dieses Marktvolumens. 

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist der Zustrom neuer Akteure. Infolge von Entlassungswellen in großen Konzernen drängen zunehmend hochqualifizierte Führungskräfte auf den Markt. Viele dieser Top-Manager betrachten Interim Management als attraktive neue Karriereoption. 

Mit der steigenden Zahl neuer Interim Manager wächst jedoch auch der Wettbewerbsdruck. In bestimmten Segmenten führt das Überangebot dazu, dass Tagessätze unter Druck geraten und Projekte härter umkämpft sind. 

Branchen mit den besten und schlechtesten perspektiven für Interim Management 2026

Die Sektoren die am meisten vom Interim Management betroffen sind

Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage lassen sich klare Wachstumsinseln erkennen, die im Jahr 2026 eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach externer Expertise erzeugen werden – während andere Bereiche hingegen mit einem spürbaren Rückgang rechnen müssen. 

Industrie im Umbruch

Der Umbruch in der Industrie wird das Interim Management 2026 stark prägen

Rund die Hälfte aller Mandate steht in direktem Zusammenhang mit der Industrie. Während es einigen Industriezweigen vergleichsweise gut geht, geraten andere zunehmend unter Druck. 

Automobilindustrie: Die einstige Vorzeigebranche Deutschlands steht aktuell unter enormem Transformationsdruck. Werksschließungen, Restrukturierungen sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle prägen das Bild. Entsprechend steigt der Bedarf an externer Management-Expertise zur Begleitung dieser Veränderungen. 

Chemieindustrie: Ein großer Teil der deutschen Industrie entfällt auf Chemieunternehmen. Auch hier sind deutliche Umbrüche zu beobachten. Hohe Energiepreise führen dazu, dass Produktionskapazitäten zunehmend ins Ausland verlagert werden. Interim Manager werden in diesem Umfeld vor allem für Transfer-, Transformations- und Übergangsmanagement eingesetzt. 

Wachstums- & Zukunftsindustrien

Interim Management wird zunehmend in neuen Sektoren stattfinden

Interessanterweise entstehen neue Chancen in Bereichen, die lange Zeit als stabil oder sogar rückläufig galten: 

Energiesektor: Erneuerbare Energien spielen hier eine zentrale Rolle. Die zunehmende Abhängigkeit von erneuerbaren Energiequellen bringt jedoch Herausforderungen für die Netzstabilität mit sich. Deutschland bezieht daher verstärkt Atomstrom aus Nachbarländern, was Investitionen in entsprechende Infrastruktur sowie spezialisiertes Expertenwissen erforderlich macht. 

Luftfahrt- und Schienenverkehr: Diese Bereiche profitieren zunehmend vom gezielten Kompetenztransfer. Fach- und Führungskräfte aus der Automobilindustrie, bekannt für hohe Qualitäts- und Prozessstandards, wechseln verstärkt in die Luft- und Raumfahrt sowie in die Bahntechnik, um dort Effizienz und Qualität nachhaltig zu verbessern. 

Interim Management 2026: Neue Perspektiven für die Sicherheitsbranche

Die Rüstungsindustrie wird 2026 für das Interim Management an Bedeutung gewinnen

Wir beobachten zunehmend grenzüberschreitende Kooperationen im Umfeld der Rüstungsindustrie, insbesondere deutsch-französische Joint Ventures. Interim Manager mit Erfahrung in der Steuerung komplexer, internationaler Großprojekte unter strengen regulatorischen Rahmenbedingungen sind hier gefragter denn je. 

Welche Aufgabenstellungen werden 2026 das Interim Management dominieren

Aufgabenstellungen für das Interim Management 2026

Die Art der Mandate spiegelt klar die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider. Im Fokus stehen Restrukturierungen, Krisenmanagement und Turnaround-Situationen. Unternehmen suchen verstärkt erfahrene Manager für Personalmaßnahmen, Werksschließungen oder umfassende Reorganisationen. 

Ein weiterer klarer Trend ist das Teilzeit-Interim-Management. Anstelle klassischer Einsätze mit fünf Tagen pro Woche werden zunehmend Mandate mit zwei bis vier Einsatztagen nachgefragt. Dies ist eine direkte Folge der angespannten Budgets: Unternehmen möchten auf die Expertise erfahrener Interim Manager zurückgreifen, gleichzeitig jedoch die Kosten durch reduzierte Präsenz begrenzen. 

Darüber hinaus gewinnen hochspezialisierte Mandate an Bedeutung – insbesondere in Nischenthemen, für die intern kein entsprechendes Know-how vorhanden ist oder ein Aufbau festangestellter Ressourcen wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint. 

Die Grenzen positiver Perspektiven 2026: Mehr Bedarf, weniger Budget für das Interim Managment

Budgetherausforderungen

Der Transformationsbedarf in den Unternehmen ist historisch hoch, während die Ausgabebereitschaft gleichzeitig extrem niedrig ist. Viele Unternehmen wissen, dass sie sich restrukturieren oder technologisch weiterentwickeln müssen, zögern jedoch bei der Beauftragung externer Experten, da die Budgets für 2026 sehr restriktiv festgelegt wurden. 

In der Folge werden Mandate heute deutlich härter verhandelt, und der ROI (Return on Investment) eines Interim Managers muss nahezu sofort nachvollziehbar sein. Investiert wird zunehmend dort, wo es „hyperstrategisch“ ist – also vor allem in Situationen, in denen der Fortbestand eines Standorts oder der Erfolg eines kritischen Großprojekts auf dem Spiel steht. 

Perspektiven im Interim Management2026: Was Sie konkret tun sollten

Tipps für erfolgreiches interim Management 2026

In diesem Marktumfeld reicht es nicht mehr aus, lediglich „verfügbar“ zu sein. Interim Manager müssen aktiv und strategisch an ihrer eigenen Marktposition arbeiten, um sich im zunehmend kompetitiven Interim-Management-Markt klar zu differenzieren. 

Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Fokus: 

Positionierung & Personal Branding

Personal Branding für Interim Management 2026

Das Storytelling im Lebenslauf wird zur entscheidenden Waffe. Es reicht nicht mehr aus, lediglich eine Liste von Stationen und Erfahrungen aufzuführen. Interim Manager müssen ihre Erfolge und ihre spezifische Expertise klar herausarbeiten und sich als „Autorität“ in einem definierten Fachgebiet positionieren. 

Wer beispielsweise als Transformationsexperte oder als Spezialist für KI-gestützte Logistik wahrgenommen werden möchte, muss diese Positionierung aktiv kommunizieren. Dazu gehört insbesondere ein professionell gepflegtes LinkedIn-Profil sowie regelmäßige Beiträge, die die eigene Expertise sichtbar machen. Auch eine eigene Website kann sinnvoll sein, um Kompetenz, Referenzen und Mehrwert strukturiert darzustellen. 

Netzwerke & Marktzugang

Im Rahmen des Interim Managements wird ein gutes Netzwerk 2026 die Perspektiven der Unternehmen und Interim Manager deutlich verbessern. Die Mitgliedschaft in Verbänden wie der DDIM bietet einen wichtigen Zugang zu Marktinformationen und verdeckten Mandaten. Ebenso essenziell sind die Teilnahme an Branchenevents, Konferenzen und Netzwerkabenden. 

Erfolgreiche Interim Manager verfügen über ein belastbares Netzwerk aus Führungskräften, Entscheidern und Spezialisten, das aktiv gepflegt wird. Auch die Zusammenarbeit mit Interim-Providern stellt einen zentralen Multiplikator für den Marktzugang dar. 

Die DDIM-Marktstudie 2025 zeigt, dass rund die Hälfte aller Interim Manager ihre Mandate über das eigene Netzwerk akquirieren. Umso wichtiger ist es, verschiedene Provider kennenzulernen und in mehreren Provider-Datenbanken präsent zu sein, um die eigene Sichtbarkeit im Markt nachhaltig zu erhöhen

Der DDIM.Kongress wird auch für 2026 sehr wichtig sein
Unser Team beim DDIM.kongress 2025

Kompetenzpflege

Interim Manager müssen in ihre eigene Weiterbildung investieren, um relevant zu bleiben. Dazu zählen unter anderem:

• KI und Automatisierung: Auch wenn KI-Tools in vielen Mandaten (noch) nicht das zentrale Arbeitsinstrument darstellen, steigern entsprechende Kenntnisse die eigene Effizienz und erhöhen die Qualität der Beratung deutlich. 

• Zertifizierungen: In stark umkämpften Bereichen wie Projektmanagement oder Restrukturierung können anerkannte Zertifizierungen den entscheidenden Unterschied bei der Mandatsvergabe ausmachen. 

2026: EIn Jahr in dem Provider dem interim Management neue Perspektiven geben

Die Rolle der Provider im Interim Management 2026

Spezialisierte Interim-Management-Provider agieren im Jahr 2026 zunehmend als strategische Partner – sowohl für Unternehmen als auch für Interim Manager. 

Wie die DDIM-Marktstudie 2025 zeigt, wird rund die Hälfte aller Mandate über Provider vermittelt. Ihre Rolle ist damit von zentraler Bedeutung für den Zugang zum Markt. 

Neben den quantitativen Vorteilen bieten Provider vor allem qualitative Mehrwerte. Für Interim Manager eröffnen sie den Zugang zu Branchen und Unternehmen, die für Einzelakteure oft nur schwer erreichbar sind. Unternehmen profitieren wiederum von der Marktkenntnis, der Branchenerfahrung und den umfangreichen Netzwerken der Provider, die es ermöglichen, gezielt passende Interim Manager vorzuschlagen. Zudem sind erfahrene Provider in der Lage, die fachliche und kulturelle Passung zwischen Manager und Unternehmen fundiert zu beurteilen. 

Eine Zusammenarbeit mit einem Provider ist insbesondere dann sinnvoll, wenn dieser über eine ausgeprägte Expertise in einer bestimmten Branche oder Mandatsart verfügt. So kann es beispielsweise bei international ausgerichteten Mandaten von Vorteil sein, mit einem Provider zusammenzuarbeiten, der auf internationale Einsätze spezialisiert ist. 

Fazit: Perspektiven für das Interim Management im Jahr 2026

Fazit Perspektiven Interim Management im Jahr 2026

Das Jahr 2026 markiert keinen neuen Boom im Interim Management – wohl aber einen Wendepunkt von erheblicher Tragweite. Der Markt ist gereift, doch unter der Oberfläche findet eine tiefgreifende Neuordnung statt. Interim Management entwickelt sich zunehmend von einem breit eingesetzten Flexibilitätsinstrument hin zu einer hochselektiven, strategischen Ressource für unternehmenskritische Situationen. 

Für Unternehmen bedeutet dies: Interim Manager werden vor allem dann eingesetzt, wenn ein klar definierter und messbarer Mehrwert erwartet wird. Restrukturierungen, Krisensituationen, geopolitisch sensible Projekte oder technologische Schlüsselvorhaben stehen im Fokus. Budgetrestriktionen erzwingen eine deutlich schärfere Auswahl – Kompetenz, Passung und sofortige Wirksamkeit sind wichtiger denn je. 

Für Interim Manager ist 2026 ein anspruchsvolles Jahr. Generalisten geraten zunehmend unter Druck, während klar positionierte Experten mit nachweisbarer Erfolgsbilanz auch in einem angespannten Markt gefragt bleiben. Regelmäßige qualitative Kommunikation, klare Spezialisierung, Netzwerkqualität sowie kontinuierliche Kompetenzentwicklung entscheiden darüber, wer sich auch in einem gesättigten Markt erfolgreich positionieren kann. 

Provider nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein – sowohl für Unternehmen als auch für Interim Manager. In einem Markt mit einem Überangebot an Profilen wird ihre Fähigkeit, passgenaue Lösungen zu identifizieren und beide Seiten zielgerichtet zusammenzubringen, zum entscheidenden Erfolgsfaktor.