Endlich ist es soweit! Nach langem Warten durften wir endlich die DDIM-Marktstudie 2026 entdecken. Die DDIM Marktstudie 2026 zeichnet das Bild eines Marktes, der nach einem herausfordernden Jahr 2025 mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft blickt. Während das Jahr 2025 durch politische Unsicherheiten und geopolitische Spannungen geprägt war, wird für 2026 ein leichter Aufschwung erwartet. Sowohl für Interim Manager:innen, wie auch für Unternehmen lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten.
Hier sind die zentralen Ergebnisse der Studie im Detail:
allgemeine analyse der DDIM-Marktstudie 2026

Marktvolumen und Prognose laut DDIM-Marktstudie 2026
- Prognose-Genauigkeit: Die Studie 2025 blickte mit „verhaltenem Optimismus“ auf das Jahr und hoffte auf politische Weichenstellungen. Die Studie 2026 blickt ebenfalls mit verhaltenem Optimismus in die Zukunft, betont jedoch, dass das Jahr 2025 aufgrund geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheiten anspruchsvoll war.
- Gesamtmarktvolumen: Für das Jahr 2026 wird ein Honorarvolumen zwischen 2,4 und 2,7 Milliarden Euro prognostiziert. Zum Vergleich: Das Volumen im Jahr 2025 lag bei rund 2,47 Milliarden Euro. Der Markt bleibt also stabil, nachdem er bereits 2023 und 2024 zwischen 2.6 und 2.7 Milliarden € lag. Vor 2023 gab es noch exponentielles Wachstum
- Erwartungen: Rund 61,5 % der Interim Manager erwarten für 2026 eine positive oder zumindest unveränderte Marktentwicklung. Als wesentliche Treiber gelten der anhaltende Fachkräftemangel und die steigende Nachfrage nach Experten für Transformationsprojekte.
Honorare und Auslastung: Analyse der DDIM-Marktstudie 2026 zeigt eine leichte Verbesserung

- Tagessätze: Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wird für 2026 wieder ein Anstieg erwartet. Der prognostizierte durchschnittliche Tagessatz liegt bei 1.317 Euro (2025: 1.297 Euro).
- Auslastung: Während man für 2025 noch mit 159 Einsatztagen rechnete, lag der reale Wert bei nur 144 Tagen. Die Experten rechnen nun mit einer Steigerung der Auslastung auf durchschnittlich 154 Tage im Mandat (81 % der Maximalkapazität), verglichen mit 144 Tagen im Jahr 2025.
- Mandatslaufzeit: Die durchschnittliche Laufzeit wird tendenziell als etwas kürzer als im Vorjahr eingeschätzt. Im Jahr 2025 dauerten über Provider vermittelte Mandate 7,1 Monate.
DDIM-Marktstudie 2026: Umbruch in Branchen und Funktionen

- Wandel im Automotive-Sektor: In der Studie 2025 war die Automobilindustrie (Zulieferer) mit 11,6 % noch die mit Abstand stärkste Branche. 2026 ist die Automobilindustrie (Zulieferer) zum ersten Mal mit 7,9 % nicht mehr die führende Branche (ein Rückgang um über 30 %). Ursachen sind sich verändernde Marktbedingungen, der strukturelle Kostendruck und die Transformation zur Elektromobilität.
- Top-Branchen: Der Maschinenbau (11.5 %) und der Anlagenbau (8.2 %) führen nun das Ranking der am stärksten nachfragenden Branchen an.
- Funktionen: Am häufigsten werden Interim Manager in den Bereichen Geschäftsführung, General Management und Board (20,3 %), Operations (11,5 %) und Personal (10,3 %) eingesetzt.
- Dominierende Aufgabenstellungen: Deutschland verzeichnet aktuell eine rekordhohe Zahl an Werksschließungen. Die dominierenden Aufgabenstellungen sind dementsprechend Restrukturierung und Sanierung (13,7%). Das Projektmanagement kommt auf zweiter Stelle (12,9%), gefolgt von Prozessoptimierung (11,0%).
Vertrieb und Arbeitsweise: Analyse der Entwicklungen

- Remote-Arbeit: Der Anteil der Manager, die mindestens 75 % ihrer Zeit vor Ort beim Kunden verbringen, stieg leicht von 63 % (2024) auf 67 % (2025). Die Analyse der Marktstudie zeigt jedoch einen deutlichen Wunsch der Manager nach mehr hybriden oder remote-basierten Arbeitsmodellen für die Zukunft.
- Demografie: Der typische Interim Manager ist zwischen 51 und 65 Jahre alt (ca. 81% der Befragten) und verfügt über langjährige Berufs- und Führungserfahrung. Im Allgemeinen sind die Berufserfahrungen bis 10 Jahre homogen aufgeteilt. Etwa 40% der Interim Manager haben über 10 Jahre Erfahrung, und 9% über 20 Jahre. Der Nachwuchs (1-2 Jahre Erfahrung) ist recht stark vertreten mit 14.1% der Interim Manager.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Interim Management in einem anspruchsvollen Umfeld behauptet und trotz schwieriger Rahmenbedingungen ein moderates Wachstum bei Honoraren und Auslastung erwartet wird.
Analyse der DDIM-Marktstudie 2026: Interpretation der Daten und Tipps für Unternehmen

1. Fachkräftemangel durch Interim Management abfedern
Der anhaltende Fachkräftemangel, insbesondere auf Führungsebene, ist einer der stärksten Treiber für den Markt. Interim Management hat sich mittlerweile in vielen Unternehmen, insbesondere in Konzernen und im Mittelstand, als compliance-konforme Routine etabliert, um Vakanzen professionell zu überbrücken.
- Tipp für Unternehmen: Betrachten Sie Interim Management nicht als Notlösung, sondern als strategisches Werkzeug. Nutzen Sie die Verfügbarkeit erfahrener Experten (Durchschnittsalter 51–60 Jahre), um Führungslücken sofort mit hoher Umsetzungskraft zu schließen.
2. Transformation aktiv gestalten (Fokus Automotive & Maschinenbau)

Ein signifikanter Datenpunkt ist der Einbruch im Automotive-Sektor (Zulieferer), dessen Anteil an den Mandaten um über 30 % sank. Gleichzeitig führen der Maschinenbau und der Anlagenbau die Nachfrage an. Die Hauptaufgaben liegen in der Restrukturierung und Sanierung (13.7%), sowie im Projektmanagement (12.9%) und in der Prozessoptimierung (11,0%).
- Wenn Ihr Unternehmen in einer Umbruchphase steckt (z. B. Elektromobilität oder struktureller Kostendruck), sollten Sie gezielt Experten für Transformationsprojekte an Bord holen. Interim Manager bringen den nötigen „Blick von außen“, um festgefahrene Prozesse zu restrukturieren.
- Wenn Ihr Unternehmen sich in einer Krisensituation befindet, ist ein Interim Manager die geeignete Lösung. Diese Experten können aus schwierigen Situationen starkes Wachstum machen.
- Haben Sie den Eindruck, dass die Organisation Ihres Unternehmens noch Optimierungspotenzial hat? Mit Prozessoptimierung können Sie Ihre Kosten erheblich senken und Ihren Umsatz deutlich steigen. KI und Automatisierung sind die zwei großen Revolutionen unserer Zeit in den Unternehmen. Auch da können Interim Manager mitwirken.
3. Hybride Arbeitsmodelle als Wettbewerbsvorteil nutzen

Die Daten zeigen eine Diskrepanz: Während 2025 noch 67 % bis 77 % der Manager drei Viertel ihrer Zeit vor Ort beim Kunden verbrachten, wünscht sich die Mehrheit der Experten für die Zukunft stärker hybride oder remote-basierte Modelle . Um die besten Köpfe für Ihr Projekt zu gewinnen, sollten Sie flexible Arbeitsplatzmodelle anbieten. Da die Experten oft überregional agieren, erhöhen Remote-Optionen die Auswahl an verfügbaren Top-Kandidaten erheblich.
4. Budgetierung und Mandatsplanung

Für 2026 wird ein leichter Anstieg des durchschnittlichen Tagessatzes auf 1.317 Euro erwartet. Planen Sie bei der Budgetierung mit leicht steigenden Honoraren, aber achten Sie auf die Effizienz und nutzen Sie die Erfahrung von Providern. Provider sind spezialisiert im Finden der besten Profile und kennen Ihre Herausforderungen genau.
Analyse der DDIM-Marktstudie 2026: Ratschläge für Interim Manager

Hier sind die zentralen Tipps für Ihre Positionierung:
- Branchen-Fokus anpassen: Die Automobilindustrie verliert massiv an Bedeutung (-30 %). Konzentrieren Sie sich z.B. verstärkt auf den Maschinenbau und den Anlagenbau, wenn diese Bereiche zu Ihren Kompetenzfeldern gehören.
- Aufgabenstellung: Die wirtschaftliche Krise schadet der Gesamtentwicklung des Interim Managements, wirkt aber zugleich als Markttreiber. Klassisches Management reicht oft nicht mehr aus – Interim Manager werden als flexible Krisen- und Projektmanager immer wichtiger.
- Themen besetzen: Nutzen Sie den Fachkräftemangel und den Bedarf an Transformations-Know-how. Besonders gefragt sind Experten für Finanzen, Operations sowie Projekt- und Change Management.
- Weiterbildung: Anpassungsfähigkeit, Offenheit für neue Märkte und kontinuierliche Weiterbildung sind entscheidend um sich in dieser rasant entwickelnden Welt auf dem neusten Stand zu halten. Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz sowie KI- und Automatisierungs-Know-how werden immer wichtiger.
- Personal Branding: Um Ihr nächstes Mandat zu finden und überzeugend zu sein brauchen Sie Sichtbarkeit. Pflegen Sie Ihr LinkedIn-Profil und veröffentlichen Sie regelmäßig Beiträge, die Ihre Expertise unterstreichen.
- Networking: Netzwerken und enge Kontakte zu spezialisierten Providern erhöhen die Chancen, um Mandate zu finden. Nehmen Sie an den Events der DDIM und weiteren Events für Interim Manager teil.
- Honorare & Auslastung: Planen Sie mit einem leicht steigenden Tagessatz und einer etwas höheren Ziel-Auslastung als im Vorjahr.
- Hybride Modelle einfordern: Da Sie sich meist in einem Nachfragemarkt bewegen, können Sie offensiver über Remote-Anteile verhandeln. Die Mehrheit der Manager wünscht sich ein 50:50-Modell, während aktuell noch zu oft Präsenz vor Ort gefordert wird.
Insgesamt bietet der Markt gerade auf den ersten beiden Führungsebenen (63 % der Mandate) stabile Chancen für erfahrene Experten.
Zusammenfassung dieser analyse zur ddim-Marktstudie 2026

Die DDIM-Marktstudie 2026 zeichnet das Bild eines Interim-Management-Marktes, der sich nach einer Phase der Unsicherheit neu ausrichtet und dabei an Reife gewinnt. Trotz eines wirtschaftlich anspruchsvollen Umfelds bleibt das Marktvolumen stabil, während sich gleichzeitig moderate Verbesserungen bei Honoraren und Auslastung abzeichnen.
Besonders prägend ist der strukturelle Wandel innerhalb der Branchen: Der deutliche Bedeutungsverlust der Automobilindustrie und der Aufstieg von Maschinen- und Anlagenbau verdeutlichen, wie stark sich die Nachfrage entlang wirtschaftlicher Transformationen verschiebt. Parallel dazu zeigt sich, dass Interim Manager zunehmend als Schlüsselressource in Krisen-, Restrukturierungs- und Transformationssituationen eingesetzt werden – also genau dort, wo klassische Strukturen an ihre Grenzen stoßen.
Auch auf operativer Ebene verändern sich die Spielregeln: Hybride Arbeitsmodelle entwickeln sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor, und die Anforderungen an Kompetenzen verschieben sich in Richtung Transformation, Digitalisierung und KI.
Für Unternehmen bedeutet das: Interim Management ist ein strategisches Instrument zur Sicherung von Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsstärke. Für Interim Manager wiederum wird Anpassungsfähigkeit zum zentralen Erfolgsfaktor – sei es in der Branchenwahl, im Kompetenzprofil oder in der eigenen Positionierung am Markt.
Insgesamt lässt sich festhalten: Der Markt wächst nicht dynamisch, aber er entwickelt sich qualitativ weiter – hin zu mehr Spezialisierung, mehr strategischer Relevanz und einer noch engeren Verzahnung mit den großen Transformationsherausforderungen der Wirtschaft.